In den Jahren 1995/96 beschäftigte ich mich konzentriert mit
den Phänomen Engel in der Verbindung mit dem Menschen. Die Darstellung der
Engelformen sind aus meiner Sicht nicht nur auf den sakralen Bereich begrenzt,
vielmehr beschäftigen sich auch Bildende Künstler, Musiker, Literaten und
Filmemacher mit diesen Grenzgängern zwischen Himmel und Erde.
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Der Wenders-Film – Himmel über Berlin- war für mich ein
besonderer Anstoß in diese Richtung. Die Mystifikation des Engels stellt für
mich einen Boten der Wende, des Umbruchs und des gesistigen Aufbruchs dar.
Dieses Aufbrechen von starren oder schon erstarrten Strukturen und der damit
verbundene Aufbruch zu neuen Ufern gibt uns Anlaß zu neuer Hoffnung.

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Die Darstellung meiner Engel im plastischen Bereich führen
Sie in eine Welt der Suche nach Neuorientierung. Dieser Engel ist zugleich
Schutz, Führung, Versprechung, ein Übermittler von Kraft sowie in vielen Fällen
ein Verletzer und Gebrochener. Auf der anderen Seite versinnbildlicht er aber
auch alle negativen Aspekte in unserem Leben. Also der ewige Kampf zwischen Gut
und Böse, den jeder für sich selbst ausfechten muß. Auch die Frage - woher
komme ich – wohin gehe ich – beschäftigte mich im Umgang mit der Engelsfrage.
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Jeder Mensch bricht im Laufe seines Lebens, wenn er Glück
hat, mehrere Male zu neuen Ufern auf.
Dieser Aufbruch kann von Ängsten und Unsicherheit geprägt
sein, doch er kann auch den Glauben an Hoffnung und Liebe beinhalten.
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